Leistung und Gesundheit hängen von der Führungsqualität ab

Warum die Qualität der Führung oftmals über den Erfolg oder Misserfolg einer Organisation entscheidet, erläutern Egon und Denise Schiebel.

Führungskräfte geben durch ihre Schlüssel-Rolle in Unternehmen oder Organisationen Halt und Orientierung. Dadurch schaffen sie auch den Rahmen für ihre Mitarbeitenden. „Führungskompetenzen zählen daher heute zu den wichtigsten Skills der Management-Ebene. Deshalb ist gerade die Leadership Performance von enormer Bedeutung“, betont Egon Schiebel.

Erfüllen leitende Personen ihre Vorbildfunktion trage dies maßgeblich zum Führungserfolg bei. „Um die Leistungsbereitschaft, Motivation und Kreativität der Mitarbeitenden zu fördern, ist es für Führungskräfte wichtig, authentisch zu sein. Zudem sollten sie emotional und mental fähig sein, sich selbst und andere zu führen“, erläutert Denise Schiebel. Führungskräfte, die aus sich selbst heraus wirksam sind, ihre Mitarbeitenden auf der Beziehungsebene abholen und eine positive Betriebskultur leben, inspirieren andere und agieren glaubwürdig.

Moderne Führung sei unter anderem auch vom Prinzip des Servant Leadership geprägt, wie Denise Schiebel näher beleuchtet: „In der heutigen Arbeitswelt wird immer deutlicher, dass der wirtschaftliche Erfolg sowie die Leistung und Gesundheit der Mitarbeitenden eng mit der Führungsqualität zusammenhängen. Servant Leader zeichnen sich durch eine wertschätzende und empathische Art aus. Sie brauchen keinen autoritäreren Auftritt, sondern setzen vielmehr auf gute Kommunikation und aktives Zuhören.“ Eine weitere entscheidende Eigenschaft von Servant Leadern ist, dass sie ihre Mitarbeitenden zur Selbstorganisation und dazu befähigen eigenverantwortlich zu handeln, sich zu entwickeln und Ergebnisse zu realisieren. Die positiven Auswirkungen von Servant Leadership auf die Organisationskultur und die Mitarbeitenden werde zudem durch zahlreiche Forschungsergebnisse bestätigt.

Gestalten Führungskräfte ihre Vorbildrolle aktiv und positiv, habe dies automatisch ebenfalls Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeitenden im Unternehmen. So fallen zum Beispiel zeitraubende Uneinigkeiten und Diskussion weg. Deutlich werde das auch anhand von Forschungsergebnissen, die zeigen, dass das Arbeitsengagement durch die Gestaltung einer Organisationskultur, in der sich dienende Führungskräfte entfalten und ihren positiven Einfluss auf ihre Geführten ausüben können, erhört wird. „Aus den Studien von Dr. Markus Ebert geht beispielsweise hervor, dass sich ein positives Leadership-Verhalten auch positiv auf die Krankenstände in Teams, gemessen an den durchschnittlichen Krankentagen pro Jahr, auswirkt – diese nehmen deutlich ab, was den Zusammenhang von Führungsqualität und Gesundheit nochmals verdeutlicht“, so Egon Schiebel.

Aus der Führungsforschung gehe ebenfalls eindeutig hervor, dass stärkenorientiert geführte Mitarbeitende bessere Leistungen erbringen. „Zudem sind sie zufriedener, engagieren und identifizieren sich klarer mit dem Unternehmen, für das sie arbeiten“, ergänzt Denise Schiebel. Die Stärken der Mitarbeitenden zu erkennen und zu fördern, sei besonders in Zeiten hoher Komplexität, Dynamik, attraktiver Mitbewerber und dem Fachkräftemangel von großer Bedeutung. Der Wandel im Führungsverständnis sei langsam, aber sicher zu erkennen und kennzeichne sich dadurch, dass Menschen und Organisationen zunehmend als lebende Systeme, nicht mehr nur als starre Konstrukte verstanden werden.

Organisationen und Unternehmen, die zukünftig erfolgreich sein und sich einen Wettbewerbsvorteil sichern wollen, sollten auf Führungskräfte setzen, die wertschätzend, empathisch unachtsam sind, eine Vorbildrolle einnehmen sowie die Stärken ihrer Mitarbeitenden fördern. „Das ist ein fruchtbarer Nährboden für eine Unternehmenskultur, in der sich Menschen engagieren, entfalten, eigenverantwortlich agieren und ihre Potenziale zum Erfolg der Organisation einbringen“, akzentuiert Denise Schiebel abschließend.